eigentlich gehts ja um nichts

Eigentlich gehts ja um nichts

Dokumentarfilm von Britta Wandaogo, Deutschland, Domenikanische Republik 1996

64.min/ 45min.

Mein Bruder und ich fuhren im Winter 1994 für zwei Monate in die Domenikanische Republik. Unser Ziel suchten wir eine Woche vor Abflug in einem Buchladen in der Reiseführerabteilung aus. Dirk sagte: “Brittchen, da hast du alles: Stadt und ruhiges Land am Meer”. Ohne ein Wort Spanisch und mit dem Bochumer Filmpreisgeld vom Film „den affen töten“ machten wir uns auf. Dirk war wieder rückfällig geworden, tagsüber schloß ich ihn ein und ging in die KHM.  Mein Blick fiel immer als erstes, bevor ich Luft holen konnte auf den Bürgersteig unter unserem kleinen Balkon – ob dort ein Fleck war Ich wusste  Dirk im 4. Stock einzuschließen war ein Unding. Aber er sah es im Delirium selbst als eine der letzten Chancen. Mich verbal aufzubauen mit allen Schwüren und Versprechungen und seiner grenzenlosen Portion an Selbstironie – konnte er Eins A.

Eigentlich geht´s ja um nichts ist ein außergewöhnliches Dokument. Die Autorin Britta Wandaogo hat ein Jahr ein Videotagebuch über die Beziehung zu ihrem Bruder geführt. (….) Ihre Beobachtungen sind ein Spiel mit der Kamera, es blättert sich auf wie ein Tagebuch: ein Blues, ein Rap, ein Technostück. Ein Video wie Musik, aber überall voll mit Realität. Britta Wandaogo erweitert den Begriff des dokumentarischen um eine neue Dimension: schrecklich-schöne Nähe und eine sachlich-selbstverständliche Wiedergabe einer oft nur sensationell dargestellten Subkultur.   [Auszug aus dem Pressetext von Prof. Dr. Königstein, NDR]

1. Preis “Blicke aus dem Ruhrgebiet”

Dirk: Als ich wieder zurückgekommen bin, das hat mich alles so angekotzt. die Leute, so`n komisches Versteckspiel, die doofe Anglotzerei.
Ich konnte mir die Leute alle nicht mehr ziehen, da war keine Ehrlichkeit mehr, da war zwar “alles klar und schön ist die Welt … “
Ich konnte keinen mehr für ernst nehmen.

 

https://www.youtube.com/watch?v=l5ImwG4gxMU